Die Geschichte des Topfes

Es war im Dezember 1891. Der Heilsarmeekapitän Joseph McFee in San Francisco war fest entschlossen, für die armen Leute seiner Umgebung
ein Weihnachtsessen zu organisieren. Doch, wer sollte das bezahlen?
Mit dieser Frage beschäftigt, erinnert er sich an seine Zeit als Matrose
in Liverpool in England, wo er beobachtete, wie Passanten am Landesteg
für einen wohltätigen Zweck Gaben in einen grossen Topf legten. Kurz entschlossen holte Joseph McFee bei den Behörden die Bewilligung

für eine Sammlung dieser Art am Landesteg der Oakland-Fähre ein

und stellte an gut sichtbarer Stelle einen Kochtopf auf. Wer auf die Fähre

ging oder von der Fähre kam, musste am Topf vorbei.

 

 

 

Die Idee breitete sich aus. Vier Jahre später stellten bereits 30 Heilsarmeekorps in der Weihnachtszeit Sammeltöpfe auf, um mit dem Erlös eine Weihnachtsfeier mit Essen und Geschenken für benachteiligte Menschen zu finanzieren. 1898 feierte die Presse die Topfkollekte der Heilsarmee als die "neueste und originellste Sammelaktion". Der Brauch der Sammeltöpfe ist bis heute erhalten geblieben.

 

Der Topf am Dreibeinständer ist in der Weihnachtszeit nicht mehr aus den Einkaufsstrassen und Shoppingcentern wegzudenken. Die Topfkollekte der Heilsarmee findet man an Weihnachten in Korea, Japan und Chile, unter der glühenden Sonne Australiens und bei uns, wenn der Schnee leise rieselt.

 

Auch die Tradition der Weihnachtsessen für einsame und bedürftige Menschen ist geblieben.

In Tausenden von Heilsarmeezentren wird dazu eingeladen und bedürftige Familien erhalten Lebensmittel oder Gutscheine, um ihr eigenes Weihnachtsessen feiern zu können.

 

12.2001/zo